Wie Sie die Auswirkung der ESEF-Vorschrift auf Ihre Jahresabschlüsse beherrschen

Managing the ESEF Mandate's Impact on Your Annual Financial Report
27 August 2019

Wie wirkt sich das ESEF-Mandat eigentlich auf Ihre Prozesse und Zeitpläne aus? Die Workiva ESEF Roadshow im Oktober 2019 liefert Antworten. Hier anmelden.

Die Vorschrift des europaweit einheitlichen elektronischen Berichtsformats (European Single Electronic Format – ESEF), wie von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority – ESMA) vorgeschrieben, kommt mit großen Schritten auf uns zu. Dementsprechend müssen Agenturen aller Art sich darüber bewusst sein, wie sie von der Vorschrift betroffen sein werden.

Wie von der ESMA erklärt, müssen Emittenten, die an einem geregelten Markt notiert sind, ab dem 1. Januar 2020 ihre Jahresabschlüsse im ESEF-Format erstellen. Ziel dieser Vorgabe ist die Vereinfachung der Berichterstattung für die Emittenten und eine erleichterte Zugänglichkeit, Analyse und Vergleichbarkeit für Anleger und Aufsichtsbehörden.

Während die allgemeinen Anforderungen des ESEF eindeutig sind – und von Liv Watson in diesem detaillierten Eintrag gut beschrieben werden – wurde ein wichtiger Aspekt vergleichsweise wenig hervorgehoben. In diesem Blog möchte ich die Nutzung von XHTML (eine strengere Version von HTML, der grundlegenden Sprache hinter Webseiten) als Format des aufsichtsrechtlichen Jahresabschlusses näher beleuchten.

Jetzt, da der Jahresabschluss zu einem designorientierten Hochglanzdokument geworden ist – welches Unternehmen als entscheidende Darstellung ihrer Marke nutzen – welche Rolle spielt da die ESMA-Spezifikation von XHTML?

Warum Jahresabschlüsse für Finanzberichterstatter wichtig sein sollten

In Europa werden Jahresabschlüsse oft nicht nur zur Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen erstellt, sondern sie werden auch als wichtiges Kommunikationsmittel genutzt. Aus diesem Grund gehen die Inhalte des Jahresabschlusses in der Regel weit über die Finanzberichte hinaus und enthalten außerdem ausführliche Managementberichte.

Um diese Botschaft auf ansprechende Weise zu vermitteln, wird oft die grafische Gestaltung hervorgehoben. Für das Endprodukt spielt die grafische Gestaltung durch die verwendeten Bilder, Farben und Datenkommunikationswerkzeugen wie Grafiken und Infografiken eine wichtige Rolle. In der Regel ist der Jahresabschluss auch das Dokument, das professionell gedruckt wird, um den Bedarf von Anlegern und staatlichen Behörden an Informationen in Papierform zu decken.

Verständlicherweise wurde schon viel über die Vorschrift des Inline-XBRL-(iXBRL)-Tagging für das ESEF geschrieben, doch der Anwendungsbereich der damit verbundenen Anforderung, XHTML für den gesamten Jahresabschluss zu nutzen, geht darüber hinaus.

iXBRL muss nur für konsolidierte Jahresabschlüsse nach IFRS verwendet werden. Doch die Nutzung von XHTML gilt, wie in der Transparenzrichtlinie beschrieben, für „alle Emittenten, deren Wertpapiere zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind“, einschließlich derer, die individuelle statt konsolidierter Jahresabschlüsse einreichen.

Mit anderen Worten, obwohl die iXBRL-Vorschrift Schlagzeilen gemacht hat, wird XHTML eine breitere Masse an bilanzierenden Unternehmen betreffe. Es ist entscheidend, darauf vorbereitet zu sein.

Brauchbarkeit eigenständiger Berichte

Einige betrachten die XHMTL-Anforderung als ein Zeichen, dass sie auf ihrer Webseite nach Inspiration suchen sollten, doch in vielerlei Hinsicht bleibt der aufsichtsrechtliche Jahresabschluss ein eigenständiger Bericht. Deshalb erinnert die XHTML-Anforderung eher an das PDF-Dokument, das die meisten Unternehmen derzeit erstellen, anstatt an die dynamischen Jahresabschlüsse, die auf Websites zur Verfügung gestellt werden.

In der Tat erfordern einige der zur Unterstützung des ESEF herausgegebenen Regeln, dass die Einreichung eigenständig erfolgen muss, also ohne Verweise auf externe Ressourcen (z. B. Bilder, Grafiken oder Tabellen) außerhalb des eingereichten Pakets. Es existieren auch Regeln, die dazu vorgesehen sind, die „potenzielle Bedrohung“ durch ausführbaren Code innerhalb des Berichts zu vermeiden (siehe ESEF-Berichterstattungshandbuch), deshalb werden viele der dynamischen Funktionen, die man von Webseiten kennt, nicht unterstützt. Hierdurch sowie durch die bereits erwähnten Einschränkungen hinsichtlich externer Inhalte wird die Nutzung von Videos eingeschränkt.

Gestalterische Feinheiten und Variationen

Es müssen einige Unterschiede bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Webdesign wird aus gutem Grund als vom PDF-Design getrennte Disziplin angesehen, doch einige gestalterischen Elemente des PDF-Design können in XHTML reproduziert werden.

Wie in Leitlinie 2.5.4 des ESEF-Berichterstattungshandbuchs beschrieben, kann CSS, eine gemeinsame Sprache für den Stil und die Formatierung von Webseiten, zur Gestaltung der Berichte genutzt werden. Gemeinsam können CSS und XHTML den Großteil der derzeit in PDF-Berichten üblichen Gestaltung reproduzieren.

Auch Bilder werden in Jahresabschlüssen unterstützt, wodurch auch weiterhin veranschaulichende Bilder und Infografiken genutzt werden können. Die wichtigsten Unterschiede, die bei der Gestaltung berücksichtigt werden müssen, beziehen sich auf die Seiten und den Druck. Schließlich wurde das PDF-Format zu Ausdrucken eines Dokuments konzipiert, während Webtechnologien normalerweise nicht dieselben hochwertigen und pixelgenauen Ergebnisse liefern.

Im Großen und Ganzen stellt diese Anforderung keine wesentliche Einschränkung dar, sofern man bereits die leistungsfähigsten Werkzeuge im Einsatz hat. Dies könnte Ihnen die Gelegenheit geben, sich um Prozessoptimierungen in Ihrem Unternehmen zu kümmern.

Prozesse überdenken

Wenn Sie an die Erstellung eines Jahresabschlusses im XHTML-Format auf die gleiche Weise herangehen wie an die Erstellung eines traditionellen Jahresabschlusses, wird dies zu einem unnötigen und kostspieligen Hin und Her zwischen Ihnen und Ihrem Designteam führen. Dem Prozess zur Erstellung von PDF-Dokumenten zu folgen und am Ende zusätzliche Schritte zur Konvertierung in XHTML (sowie das erforderliche iXBRL) hinzuzufügen, macht den Prozess nur länger, komplizierter und kostspieliger.

Doch es geht auch anders. Indem Sie Ihre Prozesse auf Wdesk konsolidieren, geben Sie Interessengruppen innerhalb sowie außerhalb Ihres Unternehmens die Möglichkeit, auf völlig neue Weise zusammenzuarbeiten. Wdesk ermöglicht es Finanzberichtfachleuten, Daten in ein Format zu exportieren, das von den üblichen Grafikdesignprogrammen gelesen werden kann. Wenn noch letzte Änderungen an den Daten vorgenommen werden, können die Änderungen an Text und Daten einfach in die Designsoftware übernommen werden, ohne die Arbeit der Designteams zunichte zu machen.

Bei der Erstellung der Dokumente werden Tagging und Gestaltung zusammen gebracht. So können echte Effizienzen erreicht und die Komplexität und Kosten verringert werden.

Über den Autor

Das Hauptinteresse von Frau Andromeda Wood (Andie) gilt der Rolle der Technologie und der Daten in der Zukunft der Konzernberichterstattung. Sie ist erfahren in der Datenmodellierung und der semantischen Modellierung und arbeitet seit mehr als 15 Jahren mit XBRL. Andromeda Wood (Andie) ist Mitleiterin der Einsatzgruppe für unternehmensspezifische Offenlegungen (Entity-Specific Disclosure Task Force), Mitglied verschiedener XBRL International-Einsatzgruppen und der Arbeitsgruppe Dimensionsmodellierung der FASB (FASB Dimension Modeling Working Group). Vor ihrer Position bei Workiva beschäftigte sie sich fünf Jahre bei der IASB mit der Arbeit an der IFRS-Taxonomie und der Technologie in der Konzernberichterstattung. Frau Andromeda Wood hat einen Abschluss in Biowissenschaften des St Catherine’s College, Oxford.