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Die Erwartungen im Bereich ESG steuern: 4 Erkenntnisse vom Reuters-Event Sustainable Finance & Reporting Europe 2021

ESG
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Delivering ESG Results
Die Erwartungen im Bereich ESG steuern
6 min Lesezeit
Veröffentlicht am 7. Dezember 2021
Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2022

Die Schlagzahl bei den Nachrichten mit Bezug auf ESG gewinnt an Dynamik. Die noch nicht lange zurückliegende Ankündigung des International Sustainability Standards Boards (ISSB) ist der letzte Schritt in einer langen Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der ESG-Berichterstattung. Mehr Nachrichten sind gute Nachrichten: Die Entwicklung in Richtung Standardisierung, Vergleichbarkeit und mehr Vertrauen ist gut für die Unternehmen, ihre Investoren und die weltweite Gemeinschaft insgesamt. 

Allerdings wird damit auch der Druck auf die Organisationen erhöht. Sie wissen, dass Aufsichtsbehörden, Normungsgremien und Investoren jetzt mehr erwarten. Sie wissen außerdem, dass Veränderungen anstehen, und dass sie sich darauf vorbereiten müssen. Allerdings wird es schwierig, die sinnvollsten Entscheidungen für das jeweilige Unternehmen und seine Stakeholder zu treffen, wenn nicht ganz eindeutig klar ist, was genau erwartet wird und wie die Veränderungen aussehen sollen. 

In der Erwartung der weiteren Entwicklung wird das ganze Getöse rund um ESG momentan immer lauter. Und inmitten dieses undurchsichtigen Umfelds sind es Momente der Klarheit, die Unternehmen ein bisschen Zuversicht und entsprechende Handlungsmöglichkeiten geben. Einer dieser Momente war das Reuters-Event Sustainalbe Finance & Reporting Europe 2021, das sich darauf konzentriert hat, für Transparenz zu sorgen und weitere Maßnahmen zu ermöglichen. 

Andie Wood, VP der Regulatory Strategy von Workiva, hat im Rahmen der Veranstaltung mit dem Leiter ESG von einer der größten europäischen Investmentgesellschaften und einem Marktführer in Sachen ESG-Konzernberichterstattung gesprochen. Gemeinsam haben sie über den Wandel hin zu mehr Aufsicht, Vergleichbarkeit und zur Bewältigung der komplexen Erwartungen von Stakeholdern gesprochen und Ratschläge gegeben, wie die Organisationen ihren weiteren Weg in die Zukunft gestalten können. Hier sind die vier wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Gespräch:   

Im Bereich ESG-Berichterstattung gibt es keine „einfachen Erfolge“. Auch wenn es Anzeichen dafür gibt, dass bestimmte Elemente des Berichterstattungsprozesses vereinfacht werden (beispielsweise wird das ISSB durch die Bereitstellung weltweit einheitlicher Standards die Zuordnung zu den verschiedenen Rahmenwerken deutlich reduzieren), so bleibt der gesamte Prozess nach wie vor eine Mammutaufgabe. Deshalb ist es so wichtig, hier stets das große Ganze im Auge zu behalten.

Im Rahmen des Gesprächs hat Andie davor gewarnt, sich auf die Behebung einzelner Probleme innerhalb des Reporting-Prozesses zu konzentrieren. „Man ist wirklich geneigt, nach einer Lösung für das allererste Problem zu suchen, das wirklich auffällt. Die Schwierigkeit dabei ist jedoch, dass man dann nicht mehr den gesamten Prozess berücksichtigt. Und das führt dann nicht unbedingt dazu, dass das Unternehmen über eine agilere, längerfristige Lösung verfügt. Ich denke, dass sich hier noch eine ganze Menge ändern wird.“

Weitere Veränderungen sind nahezu unausweichlich. Die Organisationen wissen, dass sie über die bestehenden und vorgeschlagenen ESG-Mandate hinaus denken müssen. Sie brauchen Technologie, die es ihnen ermöglicht, Vertrauen zu schaffen und ihr Umfeld zukunftssicher zu machen.

Es wird jede Menge Aufwand betrieben, um die ESG-Daten einer Organisation zu beschaffen und ihre Geschichte zu erzählen, die leicht zugänglich sein muss. Auch wenn es danach aussieht, dass die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zu einer verstärkten Nutzung von Inline-XBRL® für Nachhaltigkeitsdaten führen wird — sodass die in den Berichten enthaltenen Informationen maschinenlesbar und leichter auffindbar werden dürften — lautet die Empfehlung des Podiums, dass nicht alles in einer PDF-Datei vergraben werden sollte. 

Investoren nutzen KI, um Websites nach ESG-Daten zu durchsuchen, die sie in ihre laufenden Strategien einfließen lassen. Wenn diese Daten nicht sichtbar sind oder wenn sie auf der Website nicht abgerufen werden können, dann kann es ganz leicht passieren, dass die ESG-Anstrengungen eines Unternehmens entweder unbemerkt bleiben oder im schlimmsten Fall sogar verneint werden. Kommunizieren Sie Ihre Ergebnisse mit voller Lautstärke — und stellen Sie sie auf Ihre Website. 

Die Erstellung eines ESG-Berichts ist unbestreitbar eine komplexe Aufgabe, und die scheinbar chaotischen Erwartungen der internen und externen Stakeholder tragen zusätzlich zu dieser Komplexität bei. Im Rahmen der Veranstaltung hat ein Investor erklärt, wie seine Firma es von jedem Unternehmen in ihrem Portfolio — einschließlich kleinen und nicht gelisteten Unternehmen, die anderweitig nicht von einigen Mandaten betroffen wären — verlangen wird, über ihre CO2-Emissionen auf Scope 1, Scope 2 und Scope 3 zu berichten. Möglicherweise werden andere Investoren ähnliche oder auch ganz andere Forderungen stellen. 

Aus der Sicht eines Mitarbeiters, der an dem Bericht arbeitet, ist es entscheidend, den Dialog mit den wichtigsten Investoren aufrechtzuerhalten. Ein Podiumsteilnehmer hat davon berichtet, wie sein Unternehmen sich von den verschiedenen Rahmenwerken, u. a. auch vom Sustainability Accounting Standards Board (SASB) und der Global Reporting Initiative (GRI), inspirieren lässt und sie alle zu einem robusten Wesentlichkeitsprozess verbindet. Diese Struktur trägt dann zur Steuerung der Gespräche mit Investoren bei und sorgt dafür, dass die Perspektiven des Unternehmens verstanden werden. 

Dieser Ansatz mag bei einem Unternehmen funktionieren — andere Firmen wissen möglicherweise, was sie brauchen, um stärkere Beziehungen zu Investoren aufzubauen und wie sie Anforderungen erfüllen, während sie gleichzeitig die Vorschriften und Standards einhalten. Unabhängig davon, für welchen Ansatz man sich letztlich entscheidet, es kommt darauf an, dass er auf Agilität aufbaut. 

Andie ist während der Veranstaltung noch etwas umfangreicher auf dieses Thema eingegangen: „Organisationen brauchen ein gewisses Maß an Agilität, um die Rahmenwerke durcharbeiten zu können, anstatt zu denken: ‚Wir füllen das jetzt alles aus und am Ende ist alles wie durch ein Wunder miteinander vergleichbar‘... denn wir wissen ganz genau, dass es nicht so einfach ist. Auf diese Weise werden nicht die wirklich wesentlichen Daten erzeugt.

„Ich denke, dass es — sowohl im Hinblick auf die Standards als auch bezüglich der Tools, die in den Unternehmen eingesetzt werden — wirklich darauf ankommt, dass man sich die eigene Flexibilität bewahrt, denn ansonsten können die Unternehmen sich nicht von anderen unterscheiden. Dann können sie ihre Geschichte nicht vermitteln. Dann können sie nicht erklären, warum sie in ihrem Sektor eine Führungsposition einnehmen. Ein Außenstehender kann sie nicht einfach anschauen und feststellen, aus welchem Grund dieses Unternehmen etwas Besonderes ist. 

Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung in Sachen ESG-Berichterstattung wird es zunehmend schwierig, Wesentlichkeitsanalysen durchzuführen. Die Vorhersagbarkeit zur rechtzeitigen Durchführung dieser Analysen nimmt immer weiter ab. Es ist inzwischen nicht mehr möglich, auf einen bestimmten Zeitpunkt im Jahr zu warten, an dem man festlegt, welche Punkte von den Stakeholdern als wesentlich angesehen werden — diese Erkenntnisse müssen regelmäßiger genutzt werden, um mit dem schnellen Wandel Schritt zu halten und relevant zu bleiben. 

Interaktiver ESG-Leitfaden: Wesentlichkeitsanalyse

Die Entwicklung neuer Perspektiven und Ansätze zur Wesentlichkeitsanalyse und der damit verbundenen Prozesse ist verständlicherweise nicht einfach. Allerdings könnten viele Schwierigkeiten vermieden werden, wenn man sich jetzt damit befasst. Andie hat erklärt: „Sobald die Unternehmen eine Situation erreicht haben, in der sie sich wohl fühlen — wenn sie beispielsweise viel Zeit in den Aufbau einer Wesentlichkeitsmatrix investiert haben und die wichtigsten Wesentlichkeitsbereiche identifiziert haben, um die sie sich intern und extern kümmern müssen — besteht eine gewisse Zurückhaltung, wenn es um Änderungen oder notwendige Anpassungen daran geht. Es war eine Menge Arbeit, diese Stabilität zu erreichen. Eine Veränderung ist mit jeder Menge nachgelagerter Auswirkungen verbunden. Sie wirkt sich auf die Daten aus, die erhoben werden müssen. Sie wirkt sich darauf aus, welche Informationen in den internen oder den externen Bericht aufgenommen werden. 

„Aber wenn der nachgelagerte Prozess, der auf die Beurteilung der Wesentlichkeit folgt, nicht robust ist, dann können die Unternehmen ein wenig verängstigt sein, wenn sie an den Dingen arbeiten sollen, die vorgelagert sind. Genauso sind sie möglicherweise nicht in der Lage, die Entscheidungen so frei zu treffen, wie sie es sich ansonsten vielleicht wünschen würden.“

Wir haben einen Leitfaden zusammengestellt, um robuste Verfahren zur Beurteilung der Wesentlichkeit einzuführen. Sie finden ihn hier 

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